Geschichte unseres Schulhauses

Unser Ort blickt auf eine lange Schulgeschichte zurück. Obwohl in Bayern die Schulpflicht erst im Jahre 1806 verbindlich eingeführt wurde, wird in Gauting schon im Jahre 1560 ein erster Schulunterricht erwähnt.

Interessant wird es im Jahre 1593 als Jakobäa Dichtl, die Frau des Besitzers von Schloss Fußberg ein Gebäude zum Schulhaus umbaut und auch dafür sorgt, dass der Lehrer etwas besser bezahlt wird. Sie richtete eine Stiftung ein und somit konnte der Unterricht auch nach ihrem Tode über viele Jahre hinweg fortgesetzt werden.

Allerdings kamen die Schüler nur sporadisch zum Unterricht. Trotzdem unterrichtete ein Lehrer all die Kinder, die etwas lernen wollten oder sollten.

Nach vielen Jahren war das Schulhaus dann baufällig. Es regnete zum Dach herein und der Wind pfiff durch die Fenster. Um nicht von herabfallenden Balken getroffen zu werden, mussten die Schüler das Haus im Jahre 1805 verlassen.

Zwei Jahre lang gab es dann gar keinen Unterricht. Schließlich wurde das alte Benefiziatenhaus an der Bahnhofstraße zum Schulhaus umgebaut. Über 100 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren lernten in einem Raum. Und es wurden immer mehr. Ja, es wurde so voll, dass Teile der Schule in das Gasthaus „Würmbad“ ausgelagert wurden.

Fast 100 Jahre lang gingen die Schüler in das Benefiziatenhaus unten an der Bahnhofstaße zum Unterricht, doch dann wurde das neue Schulhaus fertig. Unser jetziges Gebäude an der Schulstraße. Im Jahre 1914 bezogen die Schulkinder dieses Haus ein. Natürlich gab es den Anbau noch nicht, aber vorerst reichten die Schulräume.

Dann -  nach dem 2. Weltkrieg- fanden viele Menschen aus anderen Gegenden in Gauting eine neue Heimat und so stieg die Schülerzahl.

Dem 2.Bürgermeister Josef Dosch ist es zu verdanken, dass die Gemeinde die Zigarrenfabrik Austria kaufte und zum Schulhaus umwandelte. Im Jahre 1956 war das  Gebäude fertig. Zuerst waren dort die Volksschüler untergebracht, eingeteilt in evangelisch, katholisch und gemischt, später wurde diese Trennung aufgehoben. Auf demselben Schulhof wurde dann ein weiteres Schulhaus errichtet. Dort fanden zuerst die Gymnasiasten Platz, aber im Jahre 1972,  als das Gymnasium neue Räumlichkeiten in der Germeringer Straße fand, zogen dort die Grundschüler ein.

Das ist unser heutiges Hauptschulgebäude.

Als dann die Hauptschule auf den Campus zog, lernten nur noch die Grundschüler (mit ein paar Untermietern) in den beiden Häusern an der Bahnhofstraße. Und im Jahre 1989 feierten wir mit einem großen Fest die Renovierung und gleichzeitig den 100. Geburtstag dieses alten großen Hauses.

Jeder der mindestens 4 Semester Asterix und Obelix gelesen hat, weiß, dass die Gallier furchtlos waren und dass sie nur Angst hatten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Auch die Gautinger Lehrerinnen waren furchtlos und  auch ihnen fiel nicht der Himmel, sondern im Jahre 2010 die Decke des renovierten Schulhauses auf den Boden.

Viele von uns hat es sehr getroffen, dass das alte Schulhaus, das ehemalige Hotel, die spätere Zigarrenfabrik nicht mehr renoviert wurde, war doch dieses Haus ein Wahrzeichen von Gauting, in dem Generationen von Schulkindern unterrichtet worden waren, ein Haus, das uns über so viele Jahre hinweg begleitete und in dem wir uns alle sehr wohl fühlten.

Vier Jahre verbrachten wir anschließend im Modul an der Postwiese. Erst wenn man im Haus selber war, merkte man, dass dort ein gutes Klima herrschte.

Und in dieser Zeit wurde der Entschluss gefasst, das ehemalige Gebäude der Realschule in der Schulstraße zu renovieren. Durch die intensive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stellen wurde ein wunderbares Schulhaus geschaffen.

Und wie zeigt sich die Situation jetzt?

Die Josef-Dosch-Grundschule besteht aus drei Schulgebäuden. Das Haupthaus liegt an der Ammerseestraße 4. Auf demselben Areal sind in einem Ergänzungsbau drei weitere Klassenzimmer untergebracht. Der zweite Schulstandort hat die Adresse Schulstraße 4. Hier werden 11 Klassen unterrichtet. Die Entfernung zwischen den beiden Schulhäusern beträgt etwa 500 m und ist zu Fuß gut zu schaffen.